Die Reisen des Karl-H. Mohr

Letzte Bearbeitung:

03.01.2011

Zeche Nachtigall

  Am frühen Karfreitagmorgen geht es runter zur Garage, um meine zweite Tour mit der Schwalbe zu starten. Diesmal sollen es nicht nur 66 Kilometer werden. Aber zuvor ist erst mal Arbeiten angesagt. Das Anspringen der kalten Diva ist wie immer mit vielen Kicks verbunden. Entweder zu wenig Sprit, oder die Zündkerze ist nass. Einen Vorteil hat die Sache. Trotzt der noch kühlen Luft bin ich schon auf Betriebstemperatur. Auch die Diva hat es sich mittlerweile überlegt anzuspringen, so dass die Tour nun doch beginnen kann. Ziel soll die Zeche Nachtigall im Süden von Witten sein, die heute als Museum ausgebaut ist.

Schon früh unterwegs nach Witten. Noch geht die Fahrt durch die Landschaft.

Die Sonne wärmt bereits

  Im Sonnenschein geht es von Mönchengladbach zum Rhein nach Zons, um mit der Fähre nach Düsseldorf-Benrath zu fahren. Leider fahre ich ab dort fast nur noch durch Ortschaften, von Landschaft ist nicht viel zu sehen. Hilden Haan, Wuppertal, Witten. Für die 100 Kilometer bis zum Museum brauche ich fast 3 Stunden. Ich muss bei der Planung der nächsten Touren mehr darauf achten, das ich nicht immer durch Stadtgebiete fahre, das ist mir auf Dauer zu Langweilig.

Auf der Fähre von Zons nach Benrath. Auch hier ist noch kein Andrang am Morgen

Auf dem Rhein

Die Zeche Nachtigall:

  1743 wurde das Steinkohlenbergwerk Nachtigall am Hettberg gegründet und bereits 1892 geschlossen. Auf dem Gelände ist dann die Ziegelei Dünkelberg entstanden die im Jahre 1963 ihre Tore schloss. Im Jahre 2003 wurde dann das Museum eröffnet. Im Muttental, wo das Museum liegt, spricht man auch von der Wiege des Bergbaus, da schon in vergangenen Zeit hier Kohle direkt unter der Erde gefunden worden ist. Auch der Bergbauwanderweg kommt am Museum vorbei.

Wenn das nicht passt: Die Schwalbe vor der Nachtigall. Auf dem Parkplatz des Museums.

Himmel so Blau wie die Schwalbe

  Auch während der Zeit als Nachtigall, und andere Zechen in Betrieb waren, gab es immer wieder sogenannte Kleingruben in denen, zum Teil unter Lebensgefährlichen Bedingungen Kohle abgebaut wurde. Besonders nach dem zweiten Weltkrieg erreichte die Anzahl der Klein- und Kleinstzechen ihren Höhepunkt. Hier im Museum wird anhand der Dauerausstellung „Zeche Eimerweise“ erklärt wie eine Kleinzeche funktioniert.

In der Blechtonne (die am Drahtseil hängt) wurde nicht nur Kohle und Abraum nach oben gefördert, sondern auch der Bergmann. Und das einige zig Meter.

Nachgestellte Kleinzeche

  Innerhalb des Museum kann der Besucher auch noch eine Stollen besuchen, in dem zwar auch ein kleines Kohlenflöz zu sehen ist, der aber eigentlich zum Transport von Sand zur Ziegelei genutzt wurde. Von der Ziegelei Dünkelberg sind auch die beiden Ringöfen erhalten.

Die beiden Ringöfen mit ihrem Kamin.

Nach der Kohle, die Backsteine

  Im innern der Ringöfen sind Erklärung über die Herstellung der Backsteine untergebracht. Auch der Ursprüngliche Schacht der Zeche Nachtigall, der allerdings voll Wasser gelaufen ist, kann dort besichtigt werden. Obwohl, außer Wasser ist dort nichts zu sehen.

  Der Vorteil eines Ringofens ist, das ununterbrochen Ziegeln und Backsteine gebrannt werden können. Der Ofen ist 24 Stunden in Betrieb, und zum entnehmen der Ziegeln braucht er nicht abzukühlen.

Der kalte Ringofen mit dem Schacht der Zeche Nachtigall.

Der Heiße bereich

  Im Maschinenhaus steht eine der ältesten Dampffördermaschinen des Reviers. Sie soll noch funktionstüchtig sein, wobei dies eher auf das bewegen der Maschinerie bezogen ist, da ich einen Dampfkessel vergebens gesucht habe, aber einen Elektromotor gefunden habe.

  Die Dampfmaschine, in der Zeche, diente als Antrieb für den Förderkorb, als auch zum Pumpenantrieb, um den Wasserspiegel im Schacht zu senken.

Viele Hebelchen für die Steuerrung der Maschine

Die Druckmanometer. Obwohl in ausgezeichnetem Zustand, bewegt sich wohl kein Zeiger mehr.

Schön verarbeitet

Der Führerstand, mit seinen vielen Hebeln, worüber der Maschinenführer die Dampfmaschine bediente.

Heute mit E-Schalter

  Im Maschinenhaus steht eine der ältesten Dampffördermaschinen des Reviers. Sie soll noch funktionstüchtig sein, wobei dies eher auf das bewegen der Maschinerie bezogen ist, da ich einen Dampfkessel vergebens gesucht habe, aber einen Elektromotor gefunden habe.

  Die Dampfmaschine, in der Zeche, diente als Antrieb für den Förderkorb, als auch zum Pumpenantrieb, um den Wasserspiegel im Schacht zu senken.

In der Sonne wartet die Diva auf ihren Schwalbenflieger.

Schwalbe mit Nachbarn

  Nachdem Besuch des Museums stellt sich Schwalbe wieder Divenhaft an, sie will nicht anspringen. Erst nach dem ich die Zündkerze, die ich heute morgen rausgeschraubt habe; um eine andere reinzuschrauben, die den gleichen Wärmewert hat; wieder reindrehe, will sie anspringen.

Mach mal Pause, trink... Schöne Straßen bei Hattingen.

Zum Glück wieder Landschaft

  Gerne hätte ich mir noch das Neandertalmuseum angesehen, doch leider drängt ein wenig die Zeit, und ich zeig dem Steinzeitmenschen nur den Auspuff von Schwalbe.

Wenn sie richtig in Fahrt ist, kräuseln sich lustige kleine Wölkchen hinter ihrem Auspuff.

Banausen nennen das auch stinkende Ölwolke.

Von Hinten

Fast wieder zuhause. Blau vor Gelb.

Raps im Frühling

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